Warum du wegen einer Depression nicht gleich verrückt bist + Tipps für dein Wohlbefinden

Ich hoffe es geht euch gut! Ich fange diesen Post mit einer kleinen #storytime von mir an.

Denn ich weiß nicht, ob alle die das hier gerade lesen, wissen, dass auch ich vor einiger Zeit mit einer Depression und Panikattacken zu kämpfen hatte. 


Es ging alles genau vor zwei Jahren so richtig los. Ich war gerade erst für 4 Monate in der Ausbildung, die ich eigentlich schon immer machen wollte. Ich hatte einen tollen Freund. Endlich rutschte ich so langsam ins Erwachsenenleben, verdiente mein erstes Geld, wurde unabhängiger, konnte Auto fahren und ich war generell einfach ausgeglichen und zufrieden. Es gab keinen Grund für mich, plötzlich extrem traurig zu werden oder gar depressiv.

Man muss dazu sagen, dass ich Jahre vorher gemobbt wurde. Meine Schulzeit war nicht gerade schön, bis auf das letzte Jahr vielleicht. Ich war also schon vorher etwas angeschlagen und war schon immer eher der pessimistische Typ Mensch. Damals kam alles zusammen – die Scheidung meiner Eltern, Schulstress und das Mobbing. Das alles hat leider tiefe Narben hinterlassen, die mein restliches Leben für immer prägen werden.

Leider weiß ich bis heute nicht, was der Auslöser war. Aber nach ein paar Monaten in meiner Ausbildung entwickelte ich langsam eine Angst, die kaum zu beschreiben war. Ich wusste nicht einmal genau, wovor ich solche Angst hatte. Dieses schwere Gefühl in meiner Brust war einfach da und es zog mich immer weiter nach unten. Ich wurde antriebslos, missmutig und zutiefst traurig. Ich suchte verzweifelt Gründe, schob es auf meinen Freund. Aber egal was ich tat, das Gefühl mit all seinen miesen Begleiterscheinungen wurde nicht besser. Im Gegenteil! Es wurde von Tag zu Tag schlimmer.

Bis ich letztendlich nur noch keuchend nach Luft am Boden lag und vor lauter Tränen nichts mehr sah. Das war meine erste Panikattacke. Ich konnte nicht mehr richtig atmen, dieser Stein in meiner Brust machte es fast unmöglich. Das einzige, was mir in den Moment half, war, mich aus der Situation rauszuholen – Gott sei Dank tat das meine Mama.

Sie ging mit mir nach draußen an die frische Luft und lief einfach eingehakt, Arm in Arm, entgegen die Dunkelheit. Sie stützte mich und sagte das, was ich brauchte – dass all meine dunklen Gedanken nicht stimmen! Wenig später waren wir auch schon bei einer Freundin meiner Mutter, welche mir als meine Hausärztin Tabletten verschrieb. Dieses Medikament brachte mich runter, beruhigte mich und ließ mich endlich wieder durchatmen.

Die Verhaltenstherapie ist ein häufig eingesetztes, psychotherapeutisches Verfahren. Ziel ist es, den Alltag zu strukturieren und negative Denkautomatismen zu bewältigen. Die zweite Säule der Behandlung sind Medikamente. Denn bei einer Depression geraten Botenstoffe im Gehirn aus der Balance – und das stört die Übertragung von Impulsen zwischen den Nervenzellen. Man geht davon aus, dass Antidepressiva das Gleichgewicht der Botenstoffe wiederherstellen.

Meine Mama suchte mir einen Psychiater und einen Psychotherapeuten. Ich bekam die richtige Medikation und Therapie. Nach einiger Zeit beendete ich meine Ausbildung und fing mit Instagram an. Und siehe da, ich lebe jetzt fast ohne Panikattacken und Depressionen! Es hat eine gewisse Zeit gedauert, aber ich habe es mit Hilfe von Therapie, den richtigen Medikamenten und meinem privaten Umfeld geschafft. 

In all der Zeit hat man mir nie etwas angesehen. Ich lächelte immer und war fröhlich. Niemand ahnte was da in mir brodelte. Und das ist auch gut so. Irgendwann entschloss ich, dass ich meine Geschichte gern erzähle. Denn ich begriff, dass ich nicht verrückt oder komisch bin. 

In Europa erkrank jeder vierte Mensch einmal im Leben an einer Depression. Damit zählt sie zu den häufigsten Erkrankungen. Gleichzeitig unterschätzen sie viele. Eine Depression kann jeden treffen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder sozialem Status. 

Ich habe eine anerkannte Krankheit! Das musste ich auch erstmal für mich selbst verstehen. Übrigens ist entscheidend dafür, ob man eine Depression bekommt, unsere Genetik. Sie beeinflusst, ob man dazu neigt, an einer Depression zu erkranken. Ausgelöst wird sie dann aber oft durch negative Ereignisse. Manchmal ist aber auch kein konkreter Auslöser auszumachen.

Es gibt unendlich viele Formen von Angststörungen oder Depressionen. Bei jedem Menschen äußert sich das anders. 

Wisst ihr, eine Depression heißt nicht immer “Ich bring mich selbst um” oder “Ich ritze mich”. Nein, manchmal bedeutet es “Ich habe den ganzen Tag im Bett verbracht und habe nicht geduscht”, “Ich bin nicht zur Arbeit gegangen, weil ich schlafen wollte” oder “Warum sollte ich rausgehen?”. 

Leider haben viele Menschen noch immer ein falsches Bild… Aber das ist letztlich für euch persönlich egal, solange eure Angehörigen und Freunde euch verstehen, bzw. versuchen zu verstehen. Ein grundlegendes Verständnis für die Krankheiten ist unerlässlich, um richtig helfen zu können. 

Tipps für dein Wohlbefinden

– Begib dich nur mit Menschen, die dir gut tun und bei denen du dich sicher fühlst

– Lass dir von niemanden etwas einreden. Tu das, was dir dein Herz sagt und was du für richtig hältst. Egal, was andere vielleicht sagen. Es ist DEIN Weg und DEIN Leben

– Tu nur das, was dir guttut. Wenn es draußen in der Natur ist, geh raus. Wenn es in der Stadt unter Leuten ist, geh in die Stadt. Wenn es daheim vor dem Fernseher ist, bleib daheim. Es ist ganz ganz wichtig, dass es dir dabei gutgeht und du dich sicher fühlst

– Lass dir von niemanden sagen, du MUSST. Denn die Wahrheit ist, dass du gar nichts musst. Du musst weder die Ausbildung beenden, die dir Angst macht, noch das und das tun, was die Gesellschaft vielleicht von dir verlangt. Wenn du einen unkonventionellen Weg gehen willst, dann geh ihn. In unserer Welt werden Leute, die vielleicht anders sind oder einen anderen Weg wählen, schnell abgestempelt und verurteilt. Aber das muss dir egal sein, du kannst dich da raus kämpfen. Die Menschen, die dich wirklich lieben, stehen so oder so hinter dir!

– Mach das alles nicht alleine durch. Wenn du merkst, dass es dir nicht gut geht und es dein Leben beeinflusst, such dir jemanden, der das mit dir anpackt. Denn Antriebs- und Hoffnungslosigkeit blockieren sehr oft erkrankte Personen und allein schaffst du es vielleicht nicht

Ich hoffe wirklich sehr, dass ich vielleicht irgendwem da draußen ein bisschen geholfen oder dem ein oder anderen die Augen geöffnet habe. Es ist ein wirklich persönliches und für viele auch heikles Tabuthema. Aber ich finde, man sollte offen damit umgehen und Betroffenen die Angst und Scham nehmen – Denn keiner sollte sich schämen, nur weil er an einer Depression erkrankt ist! 

Lasst mir doch gerne ein Kommentar mit eurer Meinung da! 🙂 ❥

xx

6 thoughts on “Warum du wegen einer Depression nicht gleich verrückt bist + Tipps für dein Wohlbefinden

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